NEWS & PRESSE

06.10.2016

Ausgezeichneter Technikjournalismus: Beiträge aus FAZ und NZZ Folio gewinnen Journalistenpreis PUNKT

Berlin, 6. Oktober 2016. Den Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie PUNKT erhalten in diesem Jahr Michael Spehr und Lukas Weber für ihren gemeinsamen Beitrag „Die smarte Kapitulation“ (FAZ) und Reto Schneider für „Das Duell“ (NZZ Folio). Beide Texte setzen sich mit der Digitalisierung auseinander – in einer Reflexion, wem das Smart Home nutzt, und im Selbstexperiment Mensch gegen Maschine, Gehirn gegen künstliche Intelligenz. Der von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften ausgelobte Preis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert und wird auf der Festveranstaltung im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck am 12. Oktober vergeben.

In ihrem Artikel „Die smarte Kapitulation“ (FAZ) erkunden die Redakteure Michael Spehr und Lukas Weber im Ressort „Technik und Motor“ das Smart Home. Die Jury des Journalistenpreises PUNKT hebt den feinen Sprachwitz hervor, mit dem das Autorenteam hinterfragt, für wen welche Möglichkeiten des Wohnraumes von Nutzen sind. Vorteilen wie etwa einer höheren Energieeffizienz stellen sie Risiken anschaulich gegenüber, etwa im Bereich der Datensicherheit. Die Darstellung befindet die Jury als vorbildlich für guten Technikjournalismus auf der Höhe der Zeit. Nur eine fundierte journalistische Recherche ermögliche die inhaltlich korrekte Darstellung des Themas und die Techniktiefe, die den Beitrag auszeichne.

Der Wissenschaftsjournalist Reto Schneider wagt in seiner Reportage „Das Duell“ (NZZ Folio) ein Selbstexperiment: In sechs unterschiedlichen Disziplinen wie Schach, Journalismus und Bilderkennung tritt er gegen den Computer an. Die PUNKT-Jury lobt die erfrischende journalistische Darstellungsform, mit der Reto Schneider Technik erfahrbar mache und gleichzeitig einen fundierten Überblick über die künstliche Intelligenz gebe. Der eloquente, amüsante Erzählton trage zu einem besonderen Lesevergnügen bei.

Bereits im zwölften Jahr verleiht acatech den PUNKT – Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie. In diesem Jahr wurden exzellente Arbeiten in der Kategorie Text ausgezeichnet. Mit insgesamt 151 Bewerbungen in den Sparten Tageszeitung und Magazin/Zeitschrift/Wochenzeitung
verzeichnete der Wettbewerb 2016 einen neuen Einsenderekord. Aus den zahlreichen Einsendungen rückten zwei Beiträge von Regionalmedien in die engere Auswahl. Die Text-Jury ermutigt Journalisten regionaler Publikationen ausdrücklich, sich auch in der neuen Ausschreibungsrunde mit ihren Technik-Beiträgen zu bewerben. Die Preisvergabe 2016 findet im Rahmen der acatech Festveranstaltung am 12. Oktober in Berlin statt, an der auch Bundespräsident Joachim Gauck teilnimmt.


23.03.2016

Ausschreibungsstart beim Journalistenpreis PUNKT: Jetzt mit Technikbeitrag bewerben

Berlin, 23. März 2016. Beim Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie PUNKT hat die diesjährige Ausschreibung begonnen. Ab sofort können Journalistinnen und Journalisten sowie Autorenteams ihre Bewerbungen in den Sparten „Tageszeitung“ und „Magazin/ Zeitschrift/ Wochenzeitung“ einreichen. Mit dem PUNKT zeichnet acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften beispielhafte journalistische Arbeiten aus, die zukunftsträchtige Technologien fundiert darstellen. Die Preise sind mit je 5.000 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 23. Mai 2016.

Den von acatech ausgelobten Preis konnten seit 2005 bereits 16 Journalistinnen und Journalisten entgegennehmen. Das Themenspektrum der bisher ausgezeichneten Arbeiten reicht vom 3-D-Druck über Schiefergasgewinnung bis zu digitaler Flugzeugsteuerungstechnik. So unterschiedliche Sujets die bisherigen Siegerbeiträge auch behandeln, alle stellen Technologien inhaltlich präzise und allgemeinverständlich dar und bringen damit ihren gesellschaftlichen Diskurs voran. Gesucht werden auch 2016 originelle und ästhetisch ansprechende Veröffentlichungen, bei denen der Aspekt des Lesevergnügens nicht zu kurz kommt. „Guter Technikjournalismus trägt aktuelle technologische Entwicklungen in die Gesellschaft und beleuchtet dabei sowohl ihre Chancen als auch ihre Risiken“, so Henning Kagermann, acatech Präsident und beratendes Mitglied der Jury. „Mit dem PUNKT möchten wir wegweisende journalistische Beiträge würdigen, die die öffentliche Auseinandersetzung mit Innovationen fördern und es dem Leser ermöglichen, sich ein eigenes Urteil zu bilden“, fasst Henning Kagermann die Zielsetzung des Wettbewerbs zusammen.

Ab sofort sind Bewerbungen in den beiden Sparten der Kategorie Text möglich:

  1. Tageszeitung
  2. Magazin/ Zeitschrift/ Wochenzeitung


Einsendeschluss ist der 23. Mai 2016. Eine Jury aus Journalismus und Wissenschaft wählt die besten Beiträge aus. Der Preis wird im Rahmen der acatech Festveranstaltung am 12. Oktober 2016 in Berlin verliehen.


14.10.2015

Journalistenpreis PUNKT: Multimedia-Reportage „1 oder 0, Leben oder Tod“ und Fotoserie „Schnarcher“ ausgezeichnet


Berlin, 14. Oktober 2015. Beim Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie PUNKT stehen die diesjährigen Gewinner fest: In der Kategorie Multimedia überzeugte die von Thomas Reintjes und einem Team des Deutschlandfunks produzierte Online-Reportage „1 oder 0, Leben oder Tod“ die Jury. Für ihre siebenteilige Bilderserie „Schnarcher“ wird Karoline Tiesler in der Kategorie Foto ausgezeichnet. Das acatech Fotostipendium erhält der Fotojournalismus-Student Konrad Lippert. Die von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften ausgelobten Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

Zusammen mit einem Team des Deutschlandfunks realisierten der freischaffende Autor Thomas Reintjes und die Redakteure Christiane Knoll und Markus Waldhauser die Multimedia-Reportage „1 oder 0, Leben oder Tod“, die sich mit dem Einsatz unbemannter Systeme wie Roboter oder Drohnen in der Kriegsführung beschäftigt. Die Jury lobt sowohl die Relevanz des Themas als auch dessen sachkundige, differenzierte und sensible Darstellung, die durch die Zusammenführung unterschiedlicher Medienkanäle unterstützt wird. Basierend auf einem zunächst unabhängig produzierten Hörfunk-Feature stellen Reintjes und sein Team die zur Verfügung stehenden militärischen Systeme ausführlich dar und beschreiben die politisch-gesellschaftliche Debatte sowie die mit dem Einsatz dieser Technologien verbundenen Ambivalenzen. Der Nutzer hat die Möglichkeit, sich selbständig durch die in vier Kapitel gegliederte Reportage zu klicken und die angebotenen Meinungen und Quellen aufzurufen. Als vorbildlich beschreibt die Jury die Integration von Videos, O-Tönen und akustischer Elemente – entsprechend den Ausschreibungskriterien des Preises wird hiermit ein Mehrwert erzielt, der mit den Einzelkanälen nicht realisierbar wäre. Für den Deutschlandfunk waren Boris Bittner, Richard Weiß, Michael Jodaitis, Mirko Tzotschew, Markus Heidmeier und Nicola Balkenhol (Projektverantwortliche) an der Reportage beteiligt.

Somnotron, Kinnband, Nasenspange – in ihrer Fotoserie „Schnarcher“ präsentiert Karoline Tiesler dem Betrachter verschiedene medizinische Hilfsmittel, die dem Schlafapnoe-Syndrom, einer Form der Schlafstörung, vorbeugen. Die Produkte sollen beispielsweise helfen, die Nasenwege offen und den Mund geschlossen zu halten oder die Patienten mit zusätzlichem Sauerstoff zu versorgen. Die PUNKT-Jury zeigt sich fasziniert von der unkonventionellen Auseinandersetzung der jungen Fotografin mit den Themen Schlaf und Schlafstörung. Jedes der sieben Motive verlangt nach einer Erklärung und weckt damit die Neugier des Betrachters: Was bedeutet es für den Mensch, wenn er nur noch schwer in den Schlaf findet? Führen diesen Produkte wirklich zu einem besseren, zu einem erholsameren Schlaf? Von der Jury lobend hervorgehoben wird auch die reduzierte Bildsprache, mit der Karoline Tiesler ihre „Hilfsmittel für Schnarcher“ inszeniert – zum Teil würden ihre Arbeiten wie grafische Illustrationen wirken.

Mit Unterstützung des acatech Fotostipendiums wird der freiberufliche Fotograf Konrad Lippert die Region südlich von Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt portraitieren. Geprägt ist die Landschaft durch ihre industrielle Strukturen: Auf dem Gelände der Leunawerke, dem einst größten Chemieunternehmen der ehemaligen DDR, haben sich moderne Raffinerien angesiedelt. Und im früheren Braunkohleabbaugebiet Geiseltal entwickelt sich zaghaft eine touristische Infrastruktur. Landleben und High-Tech-Industrie, Vergangenheit und Blick in die Zukunft – sowohl das Nebeneinander als auch der Gegensatz von Provinz- und Industrielandschaft sollen im Fokus des Projekts mit dem Titel „Brot, Wohlstand und Schönheit“ stehen. Die Jury überzeugt Konrad Lipperts Idee, den „Wandel vor unserer Haustür“ fotografisch zu dokumentieren. Jenseits bekannter Klischees wird der in Leipzig aufgewachsene Fotograf neben gesellschaftlichen Bezügen auch technische Aspekte in den Fokus seiner Reportage rücken.

Bereits im elften Jahr prämiert acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften mit dem Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie PUNKT herausragende Text-, Bild- und Multimediabeiträge. In diesem Jahr werden Einsendungen in den Kategorien Multimedia und Foto ausgezeichnet. Zusätzlich vergibt acatech ein Fotostipendium. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Festveranstaltung der Akademie am 20. Oktober in Berlin statt.